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So prüfen Sie QR-Code-Tischaufsteller im Restaurant: Überklebungen, unbekannte URLs und vertauschte Tischnummern
Dass sich über einen Tischaufsteller die Speisekarte öffnen lässt, bedeutet nicht, dass auch Aussehen, Zieladresse und Tischnummer stimmen. Vergleichen Sie den Aufsteller mit einer kontrollierten Referenzvorlage und unterscheiden Sie zwischen verdächtigen Überklebungen, auffälligen Zieladressen und intakten Aufstellern am falschen Tisch. Bei Problemen setzen Sie den Aufsteller zunächst außer Betrieb; Mitarbeitende übernehmen den Service persönlich. Dieser Beitrag erläutert den Sicherheitsleitfaden von INCIBE aus dem Jahr 2022 und ist keine Meldung über einen aktuellen Angriff.
Bei QR-Code-Tischaufstellern im Restaurant sollten Sie das Erscheinungsbild, die URL und die zugehörige Tischnummer gemeinsam prüfen. Ein unbeschädigter Aufsteller kann am falschen Platz stehen, und eine geöffnete Seite muss nicht zu einem vom Restaurant freigegebenen Ziel führen. Setzen Sie den Aufsteller bei Auffälligkeiten zunächst außer Betrieb und lassen Sie Mitarbeitende den Service mit einer Speisekarte vor Ort fortsetzen, damit Gäste nicht das Risiko der Überprüfung tragen.
Ein Sicherheitsbeitrag von INCIBE vom 2022-6-30 erinnert daran, vor dem Öffnen eines QR-Code-Links die Zieladresse zu prüfen, bei verdächtigen URLs und Downloads vorsichtig zu sein und auf nicht verifizierten Seiten keine vertraulichen Daten einzugeben. Dieser Beitrag erläutert einen bereits veröffentlichten Leitfaden und meldet keinen neuen Vorfall.
Legen Sie zunächst eine verlässliche Referenzvorlage an
Lassen Sie die zuständige Person das aktuelle Erscheinungsbild der Tischaufsteller, die Tischnummern und die erwarteten Zieladressen dokumentieren. Halten Sie außerdem fest, woher neu gedruckte und ausgetauschte Aufsteller stammen. Die Referenzvorlage enthält keine Backend-Zugangsdaten, Schlüssel oder sonstigen Geheimnisse. Mitarbeitende können damit den Servicezugang überprüfen, ohne Zugangsdaten für die Verwaltung zu benötigen. Ein Bild aus einem Chat unbekannter Herkunft ist keine ausreichende Grundlage für einen Nachdruck.
Drei unterschiedliche Anzeichen erfordern unterschiedliche Prüfungen
- Zusätzliche Überklebung oder unbekannter Aufkleber: Nehmen Sie den Tischaufsteller zunächst außer Betrieb und dokumentieren Sie Standort und Aussehen. Übergeben Sie ihn der zuständigen Person, damit diese die notwendigen Hinweise sichert. Ziehen Sie den Aufkleber nicht vorschnell ab, um den Aufsteller anschließend wieder aufzustellen.
- Die in der Vorschau angezeigte URL stimmt nicht mit der Referenzvorlage überein: Öffnen Sie die Seite nicht weiter und laden Sie nichts herunter. Wenden Sie sich über einen bereits bekannten offiziellen Kontaktweg an den Dienstanbieter, um die Adresse zu überprüfen. Verwenden Sie keine Kontaktdaten, die auf der verdächtigen Seite stehen.
- Die URL ist korrekt, aber die Tischnummer stimmt nicht: Prüfen Sie Restaurant, Tischnummer und Standort des Aufstellers. Kontrollieren Sie auch, ob er beim Reinigen oder beim Zusammenstellen von Tischen versetzt wurde. Lassen Sie Gäste nicht allein deshalb weiterbestellen, weil sich das Menü öffnen lässt.
Kontrollieren Sie die Aufsteller täglich vor dem Platzieren der Gäste auf einem festen Rundgang. Prüfen Sie die in der QR-Code-Vorschau angezeigte Zieladresse mit einem vom Restaurant kontrollierten Gerät. Auch bei einem regulären Zugang sollten Sie Restaurantname, Menü und Tischnummer abgleichen. Ersatzaufsteller müssen ebenso kontrolliert und verwaltet werden, damit ausgetauschte Exemplare nicht versehentlich wieder in Umlauf kommen.
HTTPS allein beweist nicht, dass eine Seite zum Restaurant gehört
Eine verschlüsselte Verbindung schützt die Datenübertragung, beweist aber für sich genommen weder die Identität des Anbieters noch die Echtheit der Inhalte. Mitarbeitende sollten die vom Restaurant freigegebene Domain kennen und auf abweichende Schreibweisen achten. Bei Kurzlinks oder mehreren Weiterleitungen sollte die zuständige Person den gesamten Pfad mit der vorgesehenen Konfiguration abgleichen. Das Schlosssymbol allein reicht nicht aus, um die Prüfung abzuschließen.
Fordert der Zugang zur Speisekarte plötzlich dazu auf, eine unbekannte App zu installieren, einen für das Ansehen der Speisekarte nicht erforderlichen Bestätigungscode einzugeben oder sensible Daten anzugeben, nutzen Sie diesen Zugang nicht weiter und lassen Sie ihn überprüfen. Lassen Sie Kolleginnen und Kollegen nicht wiederholt Daten auf ihren privaten Handys eingeben, um das Risiko nachzuweisen. Mit gedruckten Speisekarten und mündlicher Beratung kann der Service zunächst fortgesetzt werden.
Hat ein Gast bereits gehandelt, behandeln Sie Service und Sicherheitsprüfung getrennt
Bitten Sie den Gast zunächst, nichts weiter einzugeben oder herunterzuladen, und notieren Sie die notwendigen Hinweise, die er freiwillig mitteilt. Mitarbeitende übernehmen nicht die Kontrolle über Bankkonten, fragen nicht nach SMS-Bestätigungscodes und leiten keine vollständigen Bildschirmaufnahmen vom Handy an Gruppenchats weiter. Sind Zahlungsdaten betroffen, bitten Sie den Gast, den Anbieter über selbst recherchierte offizielle Kontaktwege zu kontaktieren und fachkundige Unterstützung zur IT-Sicherheit zu suchen. Garantieren Sie nicht, dass weitere Schäden bereits abgewendet sind.
Wenn das Menüsystem keine Zahlung anzeigt, beweist das nicht, dass außerhalb des Systems keine Transaktion stattgefunden hat. Klären Sie außerdem, ob der Gast ursprünglich die Speisekarte ansehen, eine Bestellung aufgeben oder bezahlen wollte. Prüfen Sie jeden Schritt getrennt: Wurde die Seite durch Scannen des QR-Codes geöffnet, die Bestellung übermittelt, vom Restaurant angenommen und in der Küche zubereitet? Vermeiden Sie, dass die Klärung eines Sicherheitsverdachts zusätzlich zu einer doppelten Bestellung führt.
Halten Sie vor der Wiederinbetriebnahme alle Informationen für die Übergabe fest
- Feststellung: Notieren Sie Zeitpunkt, Standort des Aufstellers, Veränderungen am Erscheinungsbild und die in der Vorschau angezeigte Zieladresse. Speichern Sie keine unnötigen Gästedaten.
- Prüfumfang: Listen Sie Exemplare aus derselben Charge, Ersatzaufsteller und angrenzende Bereiche auf. Unterscheiden Sie zwischen Überklebungen, falsch platzierten Aufstellern und bestätigten Konfigurationsänderungen.
- Aktuelle Maßnahmen: Halten Sie fest, welche Zugänge weiterhin ausgesetzt sind, wer eine gedruckte Speisekarte bereitstellt und wer die weitere Prüfung übernimmt.
- Grundlage für die Wiederinbetriebnahme: Nachdem die zuständige Person die Ursache geklärt und einen Aufsteller aus einer kontrollierten Quelle verwendet hat, prüft sie erneut Erscheinungsbild, Domain, Restaurant und Tischnummer. Anschließend informiert sie die diensthabenden Mitarbeitenden darüber, welche Aufsteller wieder verwendet werden dürfen.
Kontrollen können nicht alle Angriffe ausschließen und sind kein Nachweis dafür, dass das Scannen von QR-Codes risikofrei ist. Neue Mitarbeitende müssen wissen, wo die Referenzvorlage liegt, wer den Austausch freigibt und bei welchen Auffälligkeiten sie die Nutzung nicht eigenständig wieder aufnehmen dürfen. Bei der Schichtübergabe muss konkret festgehalten werden, welche Zugänge weiterhin ausgesetzt sind – der bloße Hinweis, dass sich der Link wieder öffnen lässt, reicht nicht aus.